7 Stellen, an denen Ihr Unternehmen wahrscheinlich Schlacke ansammelt – und wie Sie sie wieder loswerden.

Herzbergs Wachstums-ABC: S wie Schlacke

Werfen wir einen Blick in Ihre Büroküche. Genauer: In den Kühlschrank. Stehen da noch die Saucen vom letzten Teamgrillen? Weil sich niemand bemüßigt fühlt, die alten Dinge über Bord zu werfen, schimmeln sie so lange vor sich hin, bis keiner mehr sie anfassen mag. Für Unternehmen im Wachstum ist das besonders relevant. Denn auch für die Organisation gilt: Wenn etwas Neues hinein soll, muss zuerst etwas Altes heraus. Am besten die Schlacke.


Die größten Hürden in der Organisation von Unternehmenswachstum, gesammelt in meinem Wachstums-ABC – von A wie Autobahntunnel bis Z wie Zellteilung. Den gesamten Überblick finden Sie hier.


 

Wachsende Organisationen werden ineffizient.

Unternehmen im Wachstum sind darauf ausgelegt, mehr in die Organisation hineinzustecken, als wieder herausgenommen wird. Sie entwickeln sich ja weiter! Dabei bemerkt aber niemand mehr, wie viel Schlacke sich eigentlich ansammelt.

Was im Kleinen nicht auffällt, kann im Großen ganz schön bremsen.

Eine wachsende Organisation wird automatisch ineffizienter, denn sie erfordert viel mehr Abstimmung für Dinge, die im Kleinen viel unkomplizierter ablaufen.

Um beim vorherigen Vergleich zu bleiben: Wäre es unser Kühlschrank zu Hause, wir würden die alten Soßen mit einem Griff entsorgen. Im Büro stellen sich gleich ein paar Fragen mehr: Sind das wirklich die Soßen vom letzten Team-Event? Oder gehören die nicht dem Kollegen, der diese Woche im Urlaub ist? Sollen wir sie wirklich wegwerfen, sie sind doch noch gut! Und weil man nicht ewig Zeit hat, sich um die Soßenfrage zu kümmern, rückt die Aufgabe schnell in den Hintergrund. Schließlich sind wir für wichtigere Dinge hier.

Mit Schlacke voll gestopfter, verdreckter Kühlschrank.

Und jetzt stellen wir uns vor, wir sprächen hier nicht von einem Kühlschrank, sondern von hunderten. Was für eine Verschwendung von Arbeits- und Lebenszeit!

Schauen wir mal, wo diese Schlacke-Kühlschränke in Ihrer Organisation zu finden sein könnten:

An diesen Stellen werden Sie fündig:

Vorlagen:
Haben Sie einheitliche, einfach anwendbare, fehlervermeidende Office-Vorlagen? Oder verwenden Sie immer wieder ein Vorgänger-Dokument, in dem sich alte Tippfehler fortpflanzen? Weiß jeder der muss, wie man das Briefpapier in den Drucker legt?

Die Ablage, der Fileserver, das CRM:
Haben Sie eine einheitliche Systematik, um Dateien und Aufgaben zu bezeichnen und abzulegen? Oder machen Sie es jedes Mal wieder anders? Gibt es Dokumente, die längst gelöscht werden sollten, weil sie den Blick auf den jeweils aktuellen Stand verbauen?

Workflows:
Verwalten Sie Ihre Aufgaben von Fall zu Fall unterschiedlich oder gibt es eine einheitliche Plattform, auf der Sie sich abstimmen können?

Unproduktive Gewohnheiten:
Starten Sie Ihre Meetings pünktlich zur vereinbarten Zeit und sind alle regelmäßig vorbereitet, wenn es um Entscheidungen geht? Entscheiden Sie, sobald Sie können?

Interne Briefings:
Können Sie sich darauf verlassen, dass ein Kollege anderen vollständig mitteilt, was er braucht? Oder verwenden Sie mehr Zeit damit, Missverständnisse aus der Welt zu räumen?

E-Mails:
Weiß nachdem Sie eine Mail geschrieben haben jeder, was Sie damit sagen wollten? Oder entwickeln sich kollektive Entscheidungen regelmäßig zu Mailschlachten mit mehrfachen CC-Empfängern?

Produkte und Features:
Haben Sie ein profitables und schlankes Leistungsportfolio, oder erhalten Sie auch Ladenhüter und Sonderprozesse aufrecht?

Was gegen Schlacke im Unternehmen hilft.

Je länger ich an der Liste sitze, desto mehr Dinge fallen mir ein. Womöglich geht es Ihnen genauso. Hier hilft nur eine gnadenlose Müllabfuhr. Und weil niemand an zentraler Stelle überblicken kann, an welchen Stellen sich Schlacke absetzt oder womöglich fortpflanzt, muss jeder in der Organisation einen Blick für die Entsorgung entwickeln.

Deshalb haben wir hier eine Führungs- und Kulturaufgabe vor uns. Und die beginnt ganz vorn, bei denen, die im Unternehmen etwas zu sagen haben.

Wer ist das in Ihrem Unternehmen?

 

Bild: © joey333- fotolia


Dr. Torsten Herzberg. Unternehmensentwickler, Vorwärtsbringer, Org-Hacker.
Meine Auftraggeber - sie haben ein tolles Team und starke Ideen. Und sie haben größeres vor. Sie entwickeln neue Strategien, treiben Innovationen voran, ihr Unternehmen wächst. Dabei ist es vor allem die eigene Organisation und ihr Zusammenspiel, das ihnen im Wege steht. Gemeinsam überwinden wir diese Grenzen und heben das Team auf ein neues Leistungsniveau. Wir machen Ziele und Ideen umsetzbar, bereiten die Organisation auf Wachstum vor, und entwickeln notwendiges Know-how. Mit welchen Fragen sie noch zu mir kommen, erfahren Sie hier.


 

Autor: Dr. Torsten Herzberg · Datum: 07. Dezember 2015
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