Brandbeschleuniger Stückwerk-IT

Eine maßgeschneiderte IT-Landschaft, die das Geschäftsmodell unterstützt. Schön wär’s! Meistens ist es genau anders herum. Die IT ist schließlich kein Wachstumsfaktor. Oder?

Wachsende Unternehmen haben einen rasanten Puls. Sie wollen und müssen schnell entscheiden: Mitarbeiter einstellen, Projekte umsetzen, die neuen Kunden begeistern. Investieren, kooperieren, einkaufen. Klar, dass das nicht ohne neue Strukturen geht. Schließlich nehmen auch die Anforderungen an die Koordination aller Beteiligten zu. Im gleichen Maß steigt das Bedürfnis, die Zahlen unter Kontrolle zu halten.

So wächst das Chaos-Potenzial

Schematisch gezeichnetes Chaos von PCs, Tablets etc.Wer seine Leistung jetzt dauerhaft eine Stufe höher heben möchte, kommt an der IT nicht vorbei. Leider genau das Thema, mit dem sich vor allem mittelgroße Unternehmen nicht rechtzeitig beschäftigen. Kein Wunder, denn damit verdient die Firma nicht unmittelbar. Die übliche Vorgehensweise sieht deshalb so aus: Themen wie Arbeitsplatz-Ausstattung, Telefonanlage und Dateiablage bekommen die meisten Unternehmen noch ganz gut hin. Ein Anruf im Systemhaus um die Ecke, und man wird mehr oder weniger gut beraten. Problem gelöst.

Lieber nachrüsten, statt aufrüsten

Spannender wird es, wenn es darum geht, den Leistungsprozess als Ganzes zu unterstützen. Hier verzetteln sich Unternehmen, wenn Sie nur zögerlich aufrüsten. Auf jede Frage im Prozess folgt eine Antwort in Programmform: Müssen wir uns um neue Kunden kümmern? Ein CRM-System muss her. Müssen wir den Kundenservice verstärken? Denken wir über ein Ticketing-System nach. Müssen wir Bestände verwalten? Dann holen wir uns eine Warenwirtschaft. Am Ende gleicht die IT-Landschaft einem Flickenteppich. Punktuell schafft das Entlastung. Zunächst.

Was punktuell entlastet, legt das System irgendwann lahm

So braucht es nicht lange, bis alle Fachbereiche mit jeweils drei oder vier Systemen parallel arbeiten. Deckungsbeiträge und Kundenentwicklung können nur mit großem manuellem Aufwand ermittelt werden. Es gibt ja kein System, das die Daten in Zusammenhang bringt. Also ist jede Weiterentwicklung mit Schnittstellen-Aufwand verbunden. Das macht die Organisation nicht leistungsfähiger, sondern starr. Wenn sich jetzt neue Anforderungen im Markt ergeben, entsteht ein Brandherd nach dem anderen.

Beweglich bleiben – nicht starr werden

Das Systemhaus aus der Nachbarschaft hilft hier auch nur begrenzt weiter, schließlich bietet es seine eigene Software oder die seiner Partner an. Damit kennt es sich aus. Weil aber jedes Unternehmen anders ist, gibt es nicht die eine Standard-Lösung.

Wenn sich im Unternehmen niemand um die mittelfristige Systemarchitektur Gedanken macht und das kleine Systemhaus nur begrenzt einsetzbar ist, stellt sich die Frage: Wer sorgt dafür, dass das Unternehmen mittelfristig handlungsfähig bleibt?

Vorwärts geht‘s mit folgenden Fragen:

  • Welche Anforderungen muss das Unternehmen zukünftig bewältigen?
  • Welche Prozesse sollen durch Systeme unterstützt werden?
  • Welche Daten braucht es dafür?
  • Welche Daten fallen in welchem Prozess an?
  • In welchen Systemen werden sie bisher erhoben und wie können sie sinnvoll vernetzt werden?
  • Wo liegen wichtige Schnittstellen und wie können wir sie minimieren?
  • Wo eignen sich Standards und welche Anpassungen sind erforderlich?

 Bild: © Julien Eichinger – Fotolia.com

Autor: Dr. Torsten Herzberg · Datum: 26. September 2014
Tags: , , ,  

Zurück zur Startseite