Das Verhalten Ihrer Organisation: Beschränkt es ihr Wachstum? Woran Sie das erkennen, und was Sie tun können.

Herzbergs Wachstums-ABC: V wie Verhalten.

Wachsende Unternehmen müssen ständig umdenken, ihre Strategie anpassen, die Organisation weiterentwickeln. Dabei gilt: die beste Strategie hilft nichts, wenn sie nicht umgesetzt wird. Allerdings bringt uns auch die effizienteste Organisation nicht vorwärts, wenn sie keine neue Strategie entwickeln kann. Denn dann kann sie sie erst recht nicht umsetzen. Was also bestimmt den Erfolg? Es ist das Verhalten einer Organisation.


Die größten Hürden in der Organisation von Unternehmenswachstum, gesammelt in meinem Wachstums-ABC – von A wie Autobahntunnel bis Z wie Zellteilung. Den gesamten Überblick finden Sie hier.


 

Wie das Verhalten einer Organisation über ihren Erfolg bestimmt.

Tagtäglich trifft eine Organisation Entscheidungen. Dafür nimmt sie Informationen auf, verarbeitet und bewertet sie, und sie setzt die Entscheidungen um. Mit jeder Entscheidung verändern oder verfestigen sich die Strukturen. Mit jedem Erfolg und jedem Misserfolg lernt die Organisation, was sie für gut erachtet. Welches Produkt verkauft sich wie gut? Bei welchen Kunden kommen wir besonders gut an? Wie müssen wir sie betreuen? Wie viel investieren wir, wieviel schütten wir aus?

So wird die Organisation Schritt für Schritt immer geübter darin das zu tun, was sie jeden Tag tut. Es entstehen Gewohnheiten: Welcher Auftrag ist ein guter Auftrag? Bei welchen Lieferanten bestellen wir was? Wie läuft ein Projekt normalerweise ab? Mit welcher Idee stoße ich auf gute Resonanz beim Chef? Welche Mitarbeiter passen zu uns? Was müssen sie können? Wie stimmen wir uns ab?

Und diese Gewohnheiten sorgen dafür, dass Entscheidungen immer automatischer getroffen werden, dass immer wieder ähnliche Informationen gesucht und verarbeitet werden, und dass Erfolge und Misserfolge mit immer ähnlicheren Kriterien bewertet werden. Das Ergebnis: Die Organisation kann, was sie kann.

Kann das Verhalten einer Organisation schematisch dargestellt werden wie das  Proportionsschema der menschlichen Gestalt von da Vinci?

Was Sie bis hierher gebracht hat, bringt Sie nicht unbedingt weiter.

Im ersten Schritt ist das auch gut so. Für den folgenden Entwicklungsschritt gelten jedoch meist andere Regeln. Vielleicht müssen wir viel mehr Kunden betreuen als bisher. Womöglich sind die Kunden anspruchsvoller, oder wir müssen sie mit anderen Kanälen erreichen. Oder wir müssen trotz wachsender Organisation noch flexibler und schneller entscheiden können als in der Vergangenheit. Die etablierten Gewohnheiten führen dann nicht mehr zum Ziel – wir spielen in einer neuen Liga.

Wenn die Organisation nun etwas anderes können soll, muss sie vorher in der Lage sein, etwas Neues aufzunehmen, zu verarbeiten, und Entscheidungen anhand anderer Kriterien zu treffen. Erst dann kann sie das Neue auch annehmen.

Beobachten Sie das Verhalten Ihrer Organisation.

Es ist das tägliche Verhalten, das über den dauerhaften Erfolg einer Organisation bestimmt. Doch woran zeigt es sich? Hier sind einige Faktoren, an denen sich ablesen lässt, was Ihre Organisation vorwärts bringt, und was sie möglicherweise einengt. Mal subtil, und mal glasklar.

  • Struktur und Prozesse
    Auf welche Leistung ist Ihre Organisation ausgelegt? Was soll sie möglichst effizient können? Was könnte sie durcheinander bringen? Wie schlimm wäre das? Inwiefern?
  • Architektur in IT und Leistungserstellung
    Über welche schwer veränderlichen Anlagen und Systeme verfügt Ihre Organisation? Wofür haben Sie richtig viel Geld und Zeit investiert? Was können diese Anlagen und Systeme, worauf sind sie ausgelegt? Wie leicht lassen sie sich verändern oder skalieren?
  • Ihre Mitarbeiter
    Jeder neue Mitarbeiter hebt oder senkt die durchschnittliche Leistungsfähigkeit Ihrer gesamten Mannschaft. Was soll das Team leisten können? Konnten Sie die Leistungsfähigkeit zuletzt verbessern? Was tun Sie dafür? Welche Fähigkeiten sind in den Hintergrund getreten?
  • Incentives
    Welches Verhalten fördern Sie bewusst? Welches wird damit – möglicherweise unerwünscht – unterbunden?
  • Ideen
    Welche Ideen hat Ihre Organisation zuletzt hervorgebracht? Welche fanden Sie gut? Welche könnten umgesetzt werden? Welche niemals? Aus welchem Grund?
  • Große Entscheidungen
    Worauf kauen Sie schon seit langer Zeit herum? Wo läuft es besonders harmonisch? Was sind ständige Konfliktpunkte?
  • Impulsgeber
    Welche Impulsgeber holen Sie regelmäßig von außen an Bord? Welche ihrer Beiträge haben Sie wirklich umgesetzt? Und welche nicht? Weshalb?
  • Lacher
    Beobachten Sie den Verlauf Ihrer Besprechungen und Gespräche: Worüber wird gelacht? Aus welchem Grund? Was fände sicher niemand lustig? Lacher sind gute Hinweise auf vermeintliche Absurditäten, Tabus und Missstände. An fast keiner anderen Stelle erkennen Sie die Grenzen Ihrer Organisation besser.

Der erste Schritt liegt in der Organisation

Wenn eine wachsende Organisation einen Schritt weiter kommen soll, muss sie manche Dinge bewusst verlernen. Allerdings sprechen wir hier nicht immer über offensichtliche Punkte, sondern über blinde Flecke.

Was wollen Sie tun, um Ihre zu finden?

Bild: © euthymia – fotolia


Dr. Torsten Herzberg. Unternehmensentwickler, Vorwärtsbringer, Org-Hacker.
Meine Auftraggeber - sie haben ein tolles Team und starke Ideen. Und sie haben größeres vor. Sie entwickeln neue Strategien, treiben Innovationen voran, ihr Unternehmen wächst. Dabei ist es vor allem die eigene Organisation und ihr Zusammenspiel, das ihnen im Wege steht. Gemeinsam überwinden wir diese Grenzen und heben das Team auf ein neues Leistungsniveau. Wir machen Ziele und Ideen umsetzbar, bereiten die Organisation auf Wachstum vor, und entwickeln notwendiges Know-how. Mit welchen Fragen sie noch zu mir kommen, erfahren Sie hier.


 

Autor: Dr. Torsten Herzberg · Datum: 12. Januar 2016
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