Für immer Startup: Gespanne bilden.

Herzbergs Wachstums-ABC: G wie Gespanne bilden.

Wachstum ist ineffizient. Wenn die viele Arbeit nicht wäre – wir würden darauf verzichten. Bei der Unternehmensentwicklung legen wir deshalb viel Wert auf Struktur: Wir führen Systeme ein, gestalten Prozesse, skizzieren Ablaufdiagramme und stellen Checklisten zusammen. Und wir teilen die Organisation so auf, dass wir Spezialisierungsvorteile erreichen. Kaum haben wir das geschafft, sehen wir uns an dem Punkt, den wir nie erreichen wollten: Die Organisation wird starr, unflexibel und kann keine komplexen Aufgaben mehr lösen. Sie ist gut im Abwickeln, aber nicht im Verändern.


Die größten Hürden in der Organisation von Unternehmenswachstum, gesammelt in meinem Wachstums-ABC – von A wie Autobahntunnel bis Z wie Zellteilung. Den gesamten Überblick finden Sie hier.


 

Den Spagat zwischen Effizienz und Flexibilität schaffen

Für Unternehmen, die stolz auf ihre Startup-Mentalität sind, ist das eine Horror-Vorstellung. Denn Organisationen mit starren Mechanismen und vielen Regeln verlieren die Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen. Sie schalten das Mitdenken bei den Beteiligten aus, indem sie möglichst viel Wissen und Entscheidungen in den Prozess verlagern. Dabei ist es nicht so schwer, diese Fähigkeit zu erhalten, wenn wir uns eine wesentliche Stärke von Startups vor Augen führen: die Arbeit in Gespannen.

Schlittenhunde, die als Gespann gemeinsam einen Schlitten ziehen, sind schneller als ein einzelner Hund.

Das Team der ersten Stunde schreibt seine eigene Geschichte. Die Neuen bekommen sie nur erzählt.

Marketing wirbt, Vertrieb verkauft, Projektmanagement erfüllt Wünsche. Deren Zusammenspiel funktioniert im Wachstum nur so gut, wie das Know-how und die Kultur der Beteiligten aufeinander abgestimmt sind. Kommt zum Beispiel ein neuer Vertriebler hinzu, hat er nicht die gleiche Geschichte im Hintergrund wie ein Mitarbeiter der ersten Stunde, der sein Know-how im Kontext mit dem Kunden und mit den anderen Fachbereichen entwickelt hat.

Der neue Vertriebler kennt zwar die Produkte des Unternehmens, hat aber noch nicht viele Kunden damit erlebt. Er kann also im Kundengespräch nicht so flexibel und authentisch mit dem Kunden und seinen Bedürfnissen umgehen, wie ein Kollege der ersten Stunde. Die Folge: Er verkauft weniger. Oder schlimmer: er verkauft Dinge, die die Organisation nicht leisten kann.

Der Schlüssel: Ein leicht verändertes Verständnis von Effizienz.

In den meisten Organisationen werden insbesondere bei der Einarbeitung Gespanne gebildet, weil sie als eine effiziente und erprobte Methode zum Wissenstransfer gelten. Dieses Prinzip lässt sich im Unternehmenswachstum noch ausweiten und verfeinern: mit Gespannen, die wie Startups arbeiten. Einem einzigen, gemeinsamen Ziel verpflichtet, als unabhängiges Team.

Wie wäre es, wenn man zwei Vertrieblern gemeinsam die Aufgabe gibt, ein neues Marktgebiet zu erobern? Wenn man feste Entwicklerteams den immer gleichen Projektleitern und Vertrieblern zuordnen würde? Möglicherweise müssten andere Führungs- und Steuerungsmechanismen erdacht werden. Wahrscheinlich würde die Auslastung Einzelner auf dem Papier nach unten gehen. Aber die Gespanne wären deutlich effektiver in dem, was sie tun. Der ständige, enge Austausch auf dem Weg zu einem gemeinsamen Ziel – er hilft den Beteiligten schneller und intensiver ihr Know-how aufzubauen und für das Ganze zu entscheiden.

Die Arbeit an der Kultur und am Know-how Transfer sind die zentralen Wachstumsaufgaben

Bei aller Effizienz – im Wachstum vernachlässigen wir oft einen zentralen Aspekt. Wenn wir lediglich darauf achten, die Experten auf dem Papier auszulasten, kommt der Know-how Transfer unter die Räder, und die Entwicklung der Kultur wird erschwert (Siehe auch hier). Effizienz ergibt nur so lange Sinn, wie wir unsere Ziele damit erreichen. Und das Ziel beim Wachstum ist es, als Organisation Größeres zu leisten.

Also: Wie können Sie sich effektiver organisieren?

Bild: © Neddevine – Fotolia


Dr. Torsten Herzberg. Unternehmensentwickler, Vorwärtsbringer, Org-Hacker.
Meine Auftraggeber - sie haben ein tolles Team und starke Ideen. Und sie haben größeres vor. Sie entwickeln neue Strategien, treiben Innovationen voran, ihr Unternehmen wächst. Dabei ist es vor allem die eigene Organisation und ihr Zusammenspiel, das ihnen im Wege steht. Gemeinsam überwinden wir diese Grenzen und heben das Team auf ein neues Leistungsniveau. Wir machen Ziele und Ideen umsetzbar, bereiten die Organisation auf Wachstum vor, und entwickeln notwendiges Know-how. Mit welchen Fragen sie noch zu mir kommen, erfahren Sie hier.


 

Autor: Dr. Torsten Herzberg · Datum: 13. August 2015
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