Gekommen, um zu bleiben: Willkommen in der ersten Liga!

Herzbergs Wachstums-ABC: L wie Liga

Kaum ist eine Mannschaft aufgestiegen, weht ein anderer Wind. Während die einen bereits in ihrer ersten Saison einen tollen Lauf hinlegen und um Plätze im Europapokal mitspielen, kämpfen andere nicht selten um den Klassenerhalt. Die wenigsten schaffen es, sich dauerhaft in der ersten Liga zu positionieren, in der Champions League finden sich nur alteingesessene Vereine wieder. Die Frage nach dem nächsten großen Coup führt deshalb eindeutig zu weit. Ab jetzt geht es darum, die Position zu sichern.


Die größten Hürden in der Organisation von Unternehmenswachstum, gesammelt in meinem Wachstums-ABC – von A wie Autobahntunnel bis Z wie Zellteilung. Den gesamten Überblick finden Sie hier.


 

Nach dem Aufstieg kommt nicht die Champions League.

Was wir aus dem Fußball nur zu gut kennen, läuft in wachsenden Unternehmen ganz ähnlich. Kaum ist der Erfolg errungen, fragen Journalisten, Spieler und Sponsoren sofort nach dem nächsten Schritt. Und natürlich ist auch der Unternehmer selbst nicht davor gefeit, in dem großen Coup gleich eine Serie zu vermuten.

Und hier lauert die Gefahr, alles aufs Spiel zu setzen.

Die Zuschauer reißen die Hände hoch und jubeln über den Aufstieg in die erste Liga.

Was macht die Situation nach dem Aufstieg so schwer?

Das Spiel ist das gleiche, die Situation eine andere. Werfen wir einen genaueren Blick darauf:

Ihre Gegner (Der Wettbewerb)
Ab jetzt werden Sie als relevanter Gegner wahrgenommen. Allerdings sind die anderen schon länger da. Auf dem Platz kennen sie die Gewohnheiten der Schiedsrichter, und sie kennen ihre anderen Gegner. Darauf sind sie mit ihrer Spielweise eingestellt. Abseits vom Platz spielen sie ein langfristigeres Spiel. Zum Beispiel schielen sie auf Ihre Spieler bzw. Mitarbeiter.

Die Spieler (Ihre Mitarbeiter)
Sie werden einige neue Spieler in Schlüsselpositionen benötigen. Die sind aber teurer als die, die Sie schon haben und bringen so das Gehaltsgefüge und die Kultur durcheinander. Die Leistungsträger, die mit Ihnen aufgestiegen sind, werden einen erneuten Abstieg für ihre eigene Karriere nicht einfach so hinnehmen, und sie liebäugeln mit dem Wettbewerb. Also benötigen Sie Geld – für einen Transfermarkt, auf dem Sie noch keinen Ruf besitzen, und um an der vorhandenen Mannschaft zu arbeiten. Im Ergebnis heißt das: Spielen Sie gut, wird es teuer. Spielen Sie schlecht, verlieren Sie diejenigen, die Ihnen den Aufstieg gebracht haben.

Die Fans (Ihre Kunden)
Unter den Fans gibt es die Schönwetterfraktion und den harten Kern. Während der harte Kern immer auf dem Platz steht (auch wenn Sie mal verlieren), will die Schönwetterfraktion Siege sehen und unterhalten werden. Damit Sie das bewerkstelligen können, werden Sie auch unpopuläre Entscheidungen treffen müssen, die dem harten Kern nicht gefallen. Während Sie also die Schönwetterfraktion glücklich machen, verlieren Sie an Vertrauen beim harten Kern, der sich in Ihrem Auftritt, Ihren Entscheidungen, Ihren Produkten und Ihren neuen Spielern nicht mehr wiederfindet. Andererseits sorgt die Schönwetterfraktion für volle Stadien. Im Ergebnis heißt das: Sie arbeiten nun für andere und für mehr Kunden als bisher. Ihr Aufwand für Vertrieb, Service und vor allem für das Marketing wird steigen, um das größere Kundenpublikum glücklich zu machen.

Die Sponsoren (Ihre Geldgeber)
Sie haben es bemerkt: Sie brauchen Geld. Wenn Sie jetzt erst neue Partner suchen müssen, ist es womöglich zu spät, denn Sie müssen schnell handeln können. Sie haben hoffentlich bereits Partner an Bord, die auch in der ersten Liga mitspielen wollen. Wer seine Finanzierung an Regionalliga-Standards ausrichtet, oder gar den Aufstieg nur auf Pump realisiert hat, der raubt sich jetzt den notwendigen Handlungsspielraum.

Die Strukturen (Organisation und Prozesse)
Ihre Mannschaft muss zu neuen Höchstleistungen befähigt werden. Im Fußball müssen wir nicht nur gute Trainer, Ärzte und Physiotherapeuten beschäftigen, wir müssen auch dafür sorgen, dass sich die Spieler auf das Gewinnen konzentrieren können. Im wachsenden Unternehmen brauchen wir stabile Prozesse und Systeme, die uns dabei unterstützen. Wenn wir hieran nicht ausreichend arbeiten, wird sich der Erfolg auf Dauer nicht halten lassen, weil wir unsere Ressourcen ständig überlasten.

Was also tun?

So verlockend es auch sein mag, nach dem Aufstieg kommt nicht die Champions League. Zuallererst geht es darum, den Erfolg zu festigen. Und sobald wir uns dafür entschieden haben, dauerhaft in einer höheren Liga zu spielen, dann müssen wir auch konsequent daran arbeiten. An allen Baustellen gleichzeitig.

Bild: © Csaba Peterdi – fotolia


Dr. Torsten Herzberg. Unternehmensentwickler, Vorwärtsbringer, Org-Hacker.
Meine Auftraggeber - sie haben ein tolles Team und starke Ideen. Und sie haben größeres vor. Sie entwickeln neue Strategien, treiben Innovationen voran, ihr Unternehmen wächst. Dabei ist es vor allem die eigene Organisation und ihr Zusammenspiel, das ihnen im Wege steht. Gemeinsam überwinden wir diese Grenzen und heben das Team auf ein neues Leistungsniveau. Wir machen Ziele und Ideen umsetzbar, bereiten die Organisation auf Wachstum vor, und entwickeln notwendiges Know-how. Mit welchen Fragen sie noch zu mir kommen, erfahren Sie hier.


 

Autor: Dr. Torsten Herzberg · Datum: 19. Oktober 2015
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